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Women of the Industry – Interview mit Petra Riegler!

Petra Riegler – Metallfacharbeiterin in der Endfertigung bei SILGAN – DAS INTERVIEW!

 

Wie bist du auf deinen aktuellen Job als Metallfacharbeiterin in der Endfertigung gekommen? War das schon immer dein Wunsch?

Ich bin über ACTIEF JOBMADE zu meiner aktuellen Position gekommen. Ich arbeite bei der SILGAN – einem Betrieb in der Metallindustrie – und war aber bereits vorher schon längerfristig bei einem anderen Kunden über ACTIEF JOBMADE tätig.

 

Hast du eine Ausbildung in diesem Bereich hinter dir? Falls ja, wie ging es dir da?

Ich bin gelernte Werkzeugmaschineurin und habe 2017 eine weitere Ausbildung als Karosseriebautechnikerin abgeschlossen.

Die Lehre zur Werkzeugmaschineurin habe ich in einer Zeit absolviert, in der es nicht selbstverständlich war, dass eine Frau einen solchen Beruf ausübt. Für mich war aber immer schon klar, dass es ein handwerklicher Beruf sein muss. Diese Überzeugung hat sich nach einem kurzen Ausflug in den Einzelhandel nur verstärkt.

Nach diesem Versuch, dieser Erfahrung, habe ich mich voll auf das Erlernen eines Handwerksberufs konzentriert und hier auch die Unterstützung vom Elternhaus erfahren. Nach der Lehre habe ich rund 7 Jahre als Werkezugmaschineurin gearbeitet, bevor es für 2 Jahre in Karenz ging. Der Wiedereinstieg in die Arbeitswelt wurde mir vom damaligen Dienstgeber auch als Teilzeit-Mitarbeiterin ermöglicht, was mir gezeigt hat, dass es auch Unternehmen gibt, die eine familienfreundliche Teilzeitbeschäftigung in der Industrie unterstützen. Nach ca. 5 Jahren nahm ich wieder eine Vollzeitbeschäftigung auf.

Wie erwähnt, habe ich in einer Zeit meine Lehre absolviert, in der Frauen in der männerdominierten Industrie nicht üblich waren. Das Bild, das Frauen einen „frauentypischen“ Beruf ergreifen sollten und für Haushalt und Kinderbetreuung zuständig sind, war damals noch vorherrschend. Ich habe mich damit gegen gängige Klischees gestellt, welche teilweise im Arbeitsumfeld spürbar waren. Ich habe gelernt, mich durchzusetzen und zu zeigen, dass Frauen sehr wohl in der Lage sind, dieselben Tätigkeiten auszuführen wie Männer. Dies war ein Lernprozess für beide Seiten, für mich, aber auch für einige männliche Vorgesetzte, die sich auf eine neue Ära einstellen mussten. Dies ist mir aber sehr gut gelungen, nicht nur aufgrund meiner fachlichen Fähigkeiten, sondern auch durch meine offene und kollegiale Art. Mein privates Umfeld hat meine Entscheidung, in die Industrie zu gehen, sehr gut mitgetragen und unterstützt. In der Berufsschule war natürlich nur ein geringer Anteil an weiblichen Lehrlingen, allerdings hat es auch dort große Akzeptanz und Zusammenhalt gegeben.

2016 habe ich mich aus privaten Gründen entschlossen, eine weitere Lehre als Karosseriebautechnikerin zu starten und diese auch abgeschlossen. Es war für mich spürbar, dass die Akzeptanz von Frauen in der Industrie sich wesentlich vergrößert hat – durchwegs bei männlichen Kollegen und auch Vorgesetzten. Diesen Schritt habe ich nie bereut und bin davon überzeugt davon, dass es auch im Erwachsenenalter wichtig ist, sich weiterzubilden und zu entwickeln. Es gibt diesbezüglich keine Grenzen und hat nur Vorteile zu bieten.

 

Wie fühlt es sich für dich an, einen Beruf auszuführen, in dem vorwiegend Männer vertreten sind?

Es fühlt sich grundsätzlich gut an, da für mich keine Unterschiede mehr spürbar sind hinsichtlich Akzeptanz/Gleichberechtigung. Ich erfahre dieselbe Behandlung wie Männer, ich arbeite gleich viel wie Männer und bekomme auch dieselbe Entlohnung. Ich muss mich auch nicht mehr beweisen als Männer. Es war natürlich in früheren Zeiten ab und zu ein Thema, das Männer mehr bezahlt bekommen haben als Frauen mit der nicht nachvollziehbaren Begründung „dass Männer ja schließlich eine Familie erhalten müssen“.

 

Merkst du gravierende Unterschiede?

Nein, ich sehe keinerlei erwähnenswerte Unterschiede und habe das auch bei anderen Frauen/Kolleginnen nicht beobachten können. Natürlich ist das vermutlich aber auch, wie überall im Leben, von der eigenen Person und dem Auftreten abhängig.

 

Was kannst du Frauen mitgeben, die sich auch für diese Berufsrichtung interessieren?

Wenn eine Frau Interesse am Handwerk oder Technik hat, soll sie das versuchen und sich nicht beim ersten Gegenwind unterkriegen lassen! Oftmals haben Frauen diverse Berufe aus diesem Bereich gar nicht am Schirm, deshalb ist es so wichtig, dass man offen ist, sich ausprobiert und seinem Bauchgefühl und Interesse folgt.

 

In Hinblick auf Familienplanung ist es natürlich nach wie vor so, dass nicht alle Unternehmen nach der Karenz eine Teilzeitbeschäftigung bieten können, da es in der Industrie im Regelfall einen Schichtbetrieb gibt und die Kinderbetreuung in den meisten Fällen noch den Frauen obliegt – diesbezüglich wäre zu raten, dass sich ein Paar früh genug Gedanken über die Betreuung der Kinder macht, sich auch ein „Auffangnetz“ aufbaut und generell die weitere berufliche Planung in der Familie und auch mit dem Betrieb besprochen wird.

 

Wie verlief deine Zusammenarbeit mit ACTIEF JOBMADE?

Sehr gut, ich kann ACTIEF JOBMADE nur weiterempfehlen.

 

Am Bild: Petra mit Arbeitskollegen Phillip

 

Liebe Petra, danke für dein Engagement! Wir freuen uns, dass du dir die Zeit genommen hast, unsere Fragen zu beantworten und vor allem, dass du Teil von ACTIEF JOBMADE bist!

2022-04-06T07:58:33+02:00